Mikroskopische Wurzelbehandlung

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In der modernen Zahnheilkunde beschäftigt sich der Teilbereich Endodontie (Wurzelbehandlung) schwerpunktmäßig mit der Heilung von Entzündungen im Zahninneren sowie des Zahnhalteapparates. Vorrangiges Ziel ist es, den eigenen Zahn zu erhalten . Früher lag die Erfolgsquote einer normalen Wurzelbehandlung bei etwa 35 %. Das heißt, dass nur einer von drei Zähnen auf längere Sicht erhalten bleiben konnte. Heutzutage ist durch die Verwendung des Mikroskops je nach Zahn und Wurzelanzahl eine  Erfolgsrate von bis zu 95 % möglich.

Erstbehandlung

Es ist sehr wichtig, dass Sie während der Wurzelbehandlung keine Schmerzen bekommen. Deshalb wird der Zahn vorsichtig betäubt. So wird gewährleistet, dass die Behandlung für Sie absolut schmerzfrei ist. Damit bakterienfrei gearbeitet werden kann, wird der Zahn mit einem Latexgummi (“Kofferdam”) isoliert. So wird sichergestellt, dass keine neuen Bakterien von außen eindringen können. Außerdem werden die Wurzelkanäle während der mikroskopischen Wurzelbehandlung mit Desinfektionslösungen gespült, die nicht verschluckt werden sollten.

Alle Wurzelkanäle müssen vollständig gereinigt werden, um Restgewebe und Keime restlos aus dem Kanalinneren zu entfernen. Die Ursache für die Entzündung im Zahn oder im Knochen kann nur so beseitigt werden. Nur mit Hilfe des Mikroskops werden auch kleinste Kanaleingänge gefunden. Für den dauerhaften Erhalt des Zahnes ist die komplette und bakteriendichte Füllung der gereinigten Kanäle Voraussetzung. Die Wiederbesiedelung des Kanalsystems durch Keime wird so verhindert. Eine Füllungstherapie oder Teilkrone/Krone sind abschließend notwendig, um den Zahn langfristig zu versiegeln und zu stützen.

Wurzelbehandlung die Zweite (Revisionsbehandlung)

Ihr Zahn wurde bereits einer Wurzelbehandlung unterzogen. Dabei wurden alle Bakterien und Gewebereste aus dem Zahnwurzelkanal entfernt und der gereinigte Hohlraum bakteriendicht verschlossen. Die Anatomie dieser Kanalsysteme ist häufig sehr kompliziert aufgebaut und schwierig zu reinigen. Bleiben trotz aller Sorgfalt Bakterien, Gewebereste und unbearbeitete Kanalbereiche zurück, können sich Mikroorganismen erneut vermehren und eine Knochenentzündung an der Wurzelspitze verursachen. In diesem Fall muss die bestehende Wurzelfüllung entfernt und die Reinigung der Wurzelkanäle wiederholt werden (Revision).

Oftmals lassen sich die Ursachen für eine erneute Entzündung im Röntgenbild identifizieren, z. B. unvollständige Wurzelfüllungen, die nicht das Ende der Zahnwurzeln erreichen oder Unregelmäßigkeiten (Blasen oder Hohlräume) aufweisen. Selbst wenn die entzündlichen Veränderungen am Knochen nicht schmerzhaft aber dennoch chronisch sind, muss die Revision zum Erhalt des Zahnes durchgeführt werden. Durch den Einsatz modernster Behandlungsmethoden und Anästhetika sind diese Eingriffe meistens völlig schmerzlos.

Die Wurzelbehandlung ist die schwierigste zahnärztliche Behandlung und sollte deshalb von einem Spezialisten durchgeführt werden.

Vorteile einer mikroskopischen Wurzelbehandlung

  • Nur mit dem Mikroskop ist ein Auffinden aller Kanaleingänge möglich, je nach Zahn und Wurzelanzahl eine Erfolgsrate von bis zu 95 %.
  • Bei der Aufbereitung wird durch das Mikroskop kontrolliert, ob alle Gewebe- bzw. Wurzelfüllungsreste entfernt wurden.
  • Das dreidimensional dichte Verschließen der Wurzelkanäle ist für den Langzeiterfolg Voraussetzung und wird durch das Mikroskop ständig kontrolliert.
  • Der eigene Zahn bleibt erhalten und sieht genauso aus wie seine natürlichen Nachbarn – ein optisches Plus.
  • Eigene Zähne fühlen sich immer besser an als Zahnersatz.
  • Dort wo Zähne gezogen werden, schrumpft der Kieferknochen. Bleibt der eigene Zahn erhalten, passiert dies nicht.
  • Es wird keine umfangreiche Behandlung und damit möglicherweise aufwendiger Zahnersatz notwendig.
  • Sollte später einmal eine Brücke über verloren gegangene Nachbarzähne notwendig werden, bietet der eigene Zahn eine hervorragende Stütze.